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Die 800 Jahrfeier
in der Gemeinde Lampertswalde 2006

 

Das 800-jährige Jubiläum unserer Gemeinde wurde im Jahr 2006 feierlich gewürdigt. Die Festwoche fand vom 13. - 16. Juli 2006 statt. Alle Lampertswalde Bürger und Gäste waren dazu herzlich eingeladen. Bereits vor der Festwoche hat man zu vielfältigen Veranstaltungen eingeladen.

Das ganze Dorf feierte 4 Tage lang. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Festumzug mit 44 Bildern. Ein weiteres Highlight war die historische Ausstellung. Sämtliche Bilder und Gegenstände zur Geschichte des Dorfes wurden von den Bürgern der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ein besonderer Dank gilt allen Bürgern

           die sich mit großem Engagement beteiligten.

Erste Urkundliche Erwähnung 1206

Die erste urkundliche Erwähnung der Ortes fällt in das Jahr 1206. In einem Schreiben des Papstes Innocenz III. wird der Name „Lamprechtswalt“ genannt. In diesem Schreiben geht es um den kriegerischen Priester Hildebrandus aus Lampertswalde, der mit einem Schwert bewaffnet in die Kirche zu Großkmehlen eingedrungen ist und sich diese Gemeinde unterwerfen wollte.

Zur Geschichte unseres Dorfes
800 Jahre Lampertswalde

Erste Siedler des Dorfes

Lampertswalde entstand wie viele Orte des Meißnischen Landes auch im Zuge der deutschen Besiedlung östlich der Elbe während des 12. und 13. Jahrhunderts.

 

1206 wurde unser Dorf erstmals mit dem Namen LAMPRECHTSWALT urkundlich in einem päpstlichen Schreiben erwähnt. wann das Dorf erbaut worden ist, konnte bis heut nicht festgestellt werden.
1219 Bischof Bruno der II. weiht die Lampertswalder Kirche.
1220 wird es nach einem Dokument aus dem Kopialbuch des Kreuzklosters Meißen schon mit dem Namen LAMPRECHTISWALDE genannt. Der Vermutung nach ist Lamprechtiswalde aus den Händen des Lampertus de Olsnitz in den Besitz der Gebrüder von Kamenz übergangen.
1233 Als zweiter Pfarrer wird Gerhard von Lamprechtiswalda genannt.
1280 wurde das Dorf an ihren Oheim den Probst bernhard von Kamenz zu Meißen auf sieben Jahre verpfändet. Als folgende Besitzer wird urkundlich ein Nycolaus Scultetus (Schultheiß oder Schulthiß) genannt.
1384 die Gebrüder Hans und Gerhard Kökeritz sind Besitzer von Lampertswalde.
1398 führte das Dorf den Namen LAMPIRCZWALDE.
1406 wurde es mit dem namen LAMPRECHTSWALDE erwähnt.
1419 Johan von Kökeritz auf Wehlen dem Jungfrauenkloster zu Hayn das Dorf.
1526 der Rat zu Hayn klagt gegen die Pfarre zu LAMPERTSWALDA und Peritz, weil diese mehr Bier brauten und ausschenkten, als ihnen zustand.
1540 führte das Dorf den Namen LAMPERßWALDE.
1547 Lampertswalde wird Amtsdorf.
1553 der Kurfürst August verkauft das Dorf an Georg von Kommerstadt nachdem markgraf Friedrich die Klostergüter befreit hat. Der Ortsname wurde zu dieser Zeit ganz verschieden geschrieben. Man findet in den Akten LAMPERHSWALDA, LAMPERSWALDA. ein vorhandenes Ortssiegel lautet sogar auf LAMPERTSWALDA.
1555 wird die Lampertswalder Schule das erste mal erwähnt.
1561 im Ort werden mehrere Leinweber erwähnt.
1587 Ernst von Kommerstadt verkauft das Dorf wieder an den Kurfürsten, seitdem untersteht das Dorf dem kurfürstlichen Amt Hayn.
1608 eine Windmühle wurde gebaut.
1631 während des 30 jährigen Krieges wird das Lampertswalder Kirchspiel mehrere Jahre von der Pest heimgesucht (heut erinnert der Pestweg daran).
1800 hatte man dann immer den Namen LAMPERTSWALDA geschrieben.
1840 in Lampertswalde wird eine große Bienenzucht betrieben. der Bauer Münsel (heut Wirtschaft von Gerhard Schumann) betreute zum Beispiel nahezu 100 Völker in langen Bienenhütten mit angebauten Zeidlerhäuschen.
1869 die Bahnlinie Großenhain - Cottbus wird gebaut.
1870 Einweihung der Bahnstrecke am 20. April, die Bahnstation heißt Schönfeld.
1876 ein neues Schulhaus wird gebaut.
1885 erhielt der Ort durch undeutliche Schreibweise seinen heutigen Namen LAMPERTSWALDE
1894/95 das Schulhaus wird umgebaut und erweitert.
1903 in Lampertswalde gibt es folgende Handwerker und Gewerbetreibende: ein Schmiedemeister, ein Kohlen- und Baumaterialienhändler, zwei Dachdecker, ein Stellmacher, ein Kramer und Tischler, ein Bäcker und Kramer, zwei Schuhmacher, ein Hausschlächter, ein Schnitt- und Kolonialwarenhändler, zwei Schneider, ein Getreidehändler, ein Windmühlenbesitzer, ein Gasthofbesitzer, fünf Maurer, ein Zimmermann und Musikus.
1924 in Lampertswalde gibt es zwei Volkshochschulen (3 Lehrer 160 Schüler, Schulbezirk zusammen mit Brockwitz, Schönborn und Mühlbach).
1925 die Bahnstation wird in Lampertswalde umbenannt.
1932 gibt es folgende Handwerker und Gewerbetreibende: drei Stellmacher, drei Maurer, zwei Schmiedemeister, vier Tischlermeister, ein Schuhmacher, vier Dachdecker, ein Bäcker, ein Gasthofbesitzer, ein Friseur, eine Damen- und Herrenschneiderin, zwei Korbmacher, ein Fleischer, ein Mühlenbauer, zwei Klempnermeister, ein Elektromeister, ein Maler, ein Sattler, eine Kohlen- und Baugeschäftsniederlage, ein Getreide-, Kohlen- und Düngemittelhändler, ein Schlossermeister, ein Schneidermeister, ein Bäcker- und Materialwarenhändler, ein Personen- und Lastfuhrbetriebshändler, ein Gärtner, ein Kolonialwarenhändler, sowie Personen- und Lastfuhrbetriebsinhaber.
1945 7. Mai Befreiung des Ortes durch Sowjetische Truppen.
1959 Gründung der ersten LPG
1962 - 1964 Bau der Sporthalle
1970 Errichtung der neuen Schule
1976 Bau der Konsum - Kaufhalle
1991 Erschließung Gewerbegebiet
1994 Eigenheimsiedlung “Am Hang”
1996 Rekonstruktion der Kirchschule
2006 800-Jahr-Feier
 

Ernteeinfuhr mit Erntekrone

Bilder vom Umzug

Helmut Lindemann mit seinem Dreirad „Wappen der Gemeinde Lampertswalde“
Das Bild stellt drei Vergissmeinnicht und das Herz mit einem Pfeil darin dar.

Zwei Reiter führen den Festumzug von Lampertswalde an. Sie symbolisieren die Kirche und das Land Sachsen mit ihren Fahnen.

Älteste Glocke von Lampertswalde

Der älteste erhaltene Gegenstand in Lampertswalde ist die mittlere Glocke im Kirchturm. Sie wurde im Jahr 1462 gegossen, besteht aus Bronze und wiegt 310 kg. Seit 544 Jahren läutet die Glocke an fast jedem Tag. Jahrhunderte wurden die Glocken mit der Hand geläutet. Über 50 Jahre versah Curt Stange das Glöckneramt, welches er bis zu seinem 91. Lebensjahr ausübte. Seit 1998 haben alle drei Glocken im Turm der Kirche einen elektrischen Antrieb. Das Bild zeigt eine Nachbildung der Glocke in Originalgröße.

Die große Pest 1626

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges suchte die Pest die Gemeinde heim. In den Jahren 1631-1633 sterben im Kirchspiel 409 Menschen, sicher drei Viertel der Einwohner des Dorfes.
Noch heute erinnert der Straßenname „Pestweg“ an diese schrecklichen Ereignisse.

Gründung des Männergesangsverein

Die Gründung des Männerchors erfolgte am 02.06.1883 durch den Kantor und Oberlehrer Heinrich Richter gemeinsam mit neun sangeslustigen Männern.

Seit seinem Bestehen ist die Pflege des deutschen Liedgutes das vorrangige Ziel des Vereins. Seit 1990 verbindet den Verein eine Sängerfreundschaft mit dem MGV „Sängerbund 1883“ aus Hillesheim/Rheinhessen. Heute gehören zu dem Verein 20 Männer, davon 18 aktive Sänger im Alter von 18-76 Jahren

Der Bürgermeister von Lampertswalde

Herr Wolfgang Hoffmann mit seiner Frau im historischem Gewand

Windmühlenbetrieb

1859 kaufte der Zimmergeselle Wilhelm Steinborn aus Schönfeld ein Feldgrundstück in Lampertswalde, zu dem eine Windmühle gehörte, die aber zum Abbruch in Wildenhain stand. Um diese Mühle nach Lampertswalde zu transportieren wurden 18 Wagen benötigt. Diese Geschirre stellten die Bauern von Lampertswalde. Die Windmühle stand von 1859-1921 am Mühlenweg in Lampertswalde.

 

In vielen Grundstücken wurde in den Vorgärten auf Traditionen und die Geschichte des Ortes durch den Aufbau von Bildern hingewiesen. Dieses Bild die Landwirtschaft, das Handwerk und die Naturverbundenheit der Einwohner dar.